Startseite Aktuelles Schreiben ist wie ein Tango

Aktuelles

Schreiben ist wie ein Tango

IMG 0076

Lesung mit Peter Simon Altmann und Catalin Dorian Florescu in unserer Schule

„Mal führe ich die Feder, dann lenkt der Text mich beim Schreiben.“ Das sei wie beim Tango, meint Catalin Dorian Florescu, einer unserer Gäste am 29.11.2018 in der Bibliothek der CDSC. Vom Vater habe er die Geschichten, von der Mutter die Schwere, dadurch bliebe er immer am Boden haften. Es macht einfach Freude, diesem Autor zuzuhören, wie er süffisant über sein Leben spricht. Als Rumäne kam er wie bei einem Lottogewinn 1982 in die Schweiz. Für ihn „Der Nabel der Welt“ und genau das ist der Titel seines Erzählbandes, aus dem er liest. Figuren, die kämpfen müssen, um zu überleben, stehen im Mittelpunkt all seiner Werke. Manchmal gilt es auch, sich tot zu stellen und zu warten, bis die Gefahr vorüber ist. Wie ein Gnu. Seine Erfahrungen als Immigrant in der Schweiz spielen in seinem literarischen Schaffen genauso eine Rolle wie seine Kindheit in einer kommunistischen Diktatur. Alles wird mit einer Portion Humor erzählt, denn mit Humor würde man besser überleben. Josia Nescholta aus der 10. Klasse mag seinen Humor und sagt es dem Autor, der sich bedankt und am Ende allen doch noch eine direkte Botschaft mitgibt: „Wenn du spürst, dass dich etwas einschränkt und deinem Glück im Wege steht, denke daran, es gibt immer Türen, die hinausführen.“

IMG 0083IMG 0059

Peter Simon Altmann, unser zweiter Gast, ist Österreicher und zugleich Japaner, lebt in zwei Welten und reflektiert diese Erfahrungen in seinem Roman „Der Zurückgekehrte“. Dabei spielt das Gefühl der Leere eine wichtige Rolle, in Asien durchaus erstrebenswert, in Europa eher etwas Bedrückendes. Und mit dieser Leere versucht der Protagonist in seinem Roman auf ganz unterschiedliche Weise umzugehen. Zunächst sollen ausgedehnte Spaziergänge in der Natur die Leere füllen, später eine Beziehung mit einer geheimnisvollen Frau E. . Am Ende ist das Fotografieren der einzige Bezug zu anderen Menschen. Aber sind es dann noch Menschen, wenn man sie nur noch als Objekt vor der Kamera sieht? Wie auch schon Catalin Dorian Florescu prägt eine Ambivalenz in der Sicht auf die Dinge des Lebens den Autor: „Es gibt nichts Schöneres, als von Asien zurückzukehren, aber auch nichts Schöneres, als nach Asien zu fliehen.“ Auch in der Lüge steckt die Wahrheit“. Anregungen zum Nachdenken für die nächsten Wochen oder Monate. Und man merkt es allen Zuhörer*innen an, es ist nach fast zwei Stunden plötzlich sehr ruhig, bis ein kleiner Seufzer zu hören ist. „Das war das Signal, dass es genug ist“, ergreift Catalin Dorian Florescu die Initiative und schenkt der Bibliothek seinen Erzählband, da kann Peter Simon Altmann nicht nachstehen.
Eine Lesung, wie sie im Buche steht, geht zu Ende. Nur zufriedene Menschen, was Literatur doch innerhalb von zwei Stunden vermag. Unser Dank gilt den Organisatorinnen der Lesereihe und natürlich den beiden Autoren.
„Wir konnten Einblicke in den Alltag eines Schriftstellers gewinnen und auch teilweise etwas über ihre Vergangenheit erfahren. Für beide ist dennoch Erfolg nicht der Weg zum Glück. Wir konnten ihnen auch Fragen zu ihren Büchern und ihrem Leben stellen. Die Lesung war sehr interessant, auch die Hintergründe zu den einzelnen Büchern waren sehr spannend, besonders, mehr über das Leben von Schriftstellern zu erfahren.“, so ein zusammenfassendes Resümee von Johanna Nescholta und Naemi Supper


André Godomski

 

IMG 0052IMG 0047

IMG 0099IMG 0057

IMG 0080IMG 0091

 

 

Startseite Aktuelles Schreiben ist wie ein Tango

 

Themenlogo ZFA Logo MM CCT2 logo sor-mor-sor KMK rgb